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Infostelle Berufe der Kirche
Mose schnürt seine Schuhe, um loszugehen, nachdem Gott ihn gesendet hat

Gerufen? – Gerufen!

Es beginnt alles mit einem Stimmengewirr:
Szenen aus Radio und Fernsehen wechseln sich ab, Fußballmoderation folgt auf Lidschattenwerbung, ein Zitat der Kanzlerin wird von einer Ansage am Bahnsteig abgelöst.

Es ist Sonntag, der 11.5., Weltgebetstag um geistliche Berufungen, 11.30 Uhr, Gottesdienst für Jugendliche und junge Erwachsene im Dominikanerkloster in Worms. Eine Premiere. Vorbereitet ist er von Andreas Baaden, einem Theologie-Student aus Mainz, Pater Thomas Möller von den Dominikanern in Worms und von mir von der Infostelle Berufe der Kirche in Mainz.

Der Weltgebetstag lädt, wie sein Name schon sagt, einmal im Jahr, immer am vierten Sonntag der Osterzeit, dazu ein, um geistliche Berufungen zu beten. In diesem Jahr steht er bundesweit unter dem Motto „Gerufen“.
Der Gottesdienst in Worms schließt sich an dieses Jahresmotto an:
„Gerufen? – Gerufen!“ ist das Thema.

Wir stellen in diesem Gottesdienst die Frage nach der eigenen Berufung – und geben Impulse zur eigenen Orientierung . Es geht uns nicht nur (aber natürlich auch) um geistliche Berufungen. Wir wollen deutlich machen, dass alle Menschen von Gott gerufen werden – an die verschiedensten Plätze.

Dabei ist uns klar: Die Stimme Gottes ist oft schwer zu hören. Zwischen all den Worten, die Tag um Tag auf uns einströmen, geht sie oft unter. Und: Ist sie überhaupt zu hören? Spricht Gott nicht oft eher über Gefühle zu uns, über das sogenannte Bauchgefühl? Und über den Verstand?

So einfach und eindeutig wie bei Mose, der am brennenden Dornbusch die Stimme Gottes hört, ist es meistens nicht. Und doch: Wir dürfen sicher sein, dass die Zusage, die Mose in der Bibel bekommt, auch uns gilt: „Ich bin mit dir; ich habe dich gesandt. (…) Ich bin der >Ich-bin-da<“. (Ex 3, 12.14)

Aber: Wie fühlt man sich gerufen? Wie kann man zu einer Lebens-Entscheidung kommen?
Fünf junge Menschen haben sich bereit erklärt, vor der gut besuchten Kirche zu erzählen, was sie mal machen wollen – und wie sie zu diesem Entschluss gekommen sind. Die Entscheidungsfindung ist den meisten nicht leicht gefallen. Sie haben darüber nachgedacht, was sie am besten können und was ihnen Spaß macht. Sie hatten Gespräche mit anderen Menschen. Sie hatten Vorbilder. Und sie hatten Bilder vor Augen von dem, was sie auf jeden Fall nicht machen wollten. Hier zwei Beispiele: „Ich habe schon immer gern Gruppenstunden und Jugendfreizeiten gestaltet. Das kann ich gut. Deshalb will ich Sonderschullehrerin werden.“ –
„Ich will wissen, wie die Dinge chemisch zusammen hängen. Dann will ich den Menschen, die krank sind, durch Medikamente helfen.“

Mir klingen die stimmungsvollen Lieder dieses Gottesdienstes noch im Ohr. „Hier bin ich richtig“, habe ich gedacht. Und gleichzeitig habe ich gefühlt: „Ja, es stimmt, ich bin gerufen. Alle hier sind gerufen.“
Die Frage „Gerufen?“ hat eine Antwort gefunden: „Gerufen!“ – hinein in diese Welt, mit meinen ganz eigenen Fähigkeiten, Interessen und Stärken.

Diese Botschaft wird noch gestärkt und unterstrichen in der anschließenden Begegnung im Kreuzgang des Dominikanerklosters:
Es gibt eine Stärkung: Würstchen und Getränke warten auf die gut 80 jungen Menschen.

Außerdem stehen verschiedene Stationen bereit: Speed-Dating, Foto-Shooting, Stille-Meditation, Fimangebot, Informationen und Gebetsangebote durch die Infostelle …
Die jungen Menschen machen davon regen Gebrauch. Sie kommen ins Gespräch, sie werden kreativ, sie informieren sich, formulieren Bitten für Andere, die dann in den Abschluss um 14.30 Uhr einmünden: Weihrauchkörner in die glühende Kohle gelegt tragen die persönlichen Gebete auch sichtbar vor Gott.

Der  Segenswunsch des Liedes „Sei behütet“ begleitet alle dann in den Sonntag Nachmittag hinein.

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