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„Brennender als Feuer in seiner Nähe“ – Tag des Gebets und der Begegnung

Ständiger Diakonat des Bistums lud zu einem Tag der Begegnung und des Gebets

Der Regens des Mainzer Priesterseminars, Dr. Udo Bentz, hat dazu aufgerufen, angesichts des zurückgehenden Interesses an kirchlichen Berufen die Freude an der eigenen Berufung und am Glauben zu bewahren und auszustrahlen. Beim Begegnungs- und Gebetstag des Ständigen Diakonats im Bistum Mainz in der Mainzer Augustinerkirche sagte er am Samstag, 7. Juni: „Wir dürfen uns nicht lähmen lassen. Wo uns die Resignation und Mutlosigkeit, vielleicht manchmal sogar ein gewisser Zynismus ins Gesicht geschrieben steht, und wir so die Freude am Evangelium nicht leben, da wird sich auch niemand ermutigt fühlen, dem inneren Ruf nachzugehen und sein Charisma in die Kirche einzubringen. Wo die Freude am Evangelium erlebt wird, da werden auch die Charismen – die Gnadengaben – die Berufungen geschenkt werden.“

Sein Impulsreferat stand unter der Überschrift „Brennender als Feuer in Seiner Nähe“.Weiter sagte Bentz: „Vielleicht laufen auch wir Gefahr, wie in einer Fastenzeit ohne Ostern zu leben, wenn wir uns zu sehr von den Defiziten und gewiss bedrängenden Nöten der fehlenden Berufungen bestimmen lassen. Wir sind darauf aus, bestimmte Systeme zu erhalten, mühen uns mit Struktursicherungsmaßnahmen, klagen über das, was nicht mehr ist. Aber übersehen wir vielleicht dabei, was schon wächst, was schon im Kommen ist – wie Gott von neuem ruft?“

Er wies darauf hin, dass eine Berufung zu einem kirchlichen Dienst nicht von Menschen „arrangiert“ oder „in die Wege geleitet“ werden kann. „Immer ruft Gott in seine Nähe.“ Und weiter: „Dort, wo jemand Gott als den Lebendigen erfährt, wo jemand Erfahrung macht mit Gott – wie auch immer – dort ereignet sich ‚Berufung’. Wir können uns noch so viele Initiativen, Kampagnen, Strategien, Rezepte und Aktionen ausdenken, ja wir können noch so viel beten – keine einzige Berufung wird dadurch ‚gemacht’! Berufung ist und bleibt einzig die Initiative Gottes.“ Engagement und Initiativen in der Berufungspastoral erhielten ihren einen besonderen Wert, „wenn darin etwas von der lebendigen Gegenwart Gottes spürbar wird, die wir in uns tragen“, sagte der Regens. Grundsätzlich gehe es in der Berufungspastoral auch nicht „um die Rekrutierung nötiger kirchlicher Dienste, so groß der Druck auch sein mag. Der Horizont ist viel weiter. Das Fundament, auf dem Berufungspastoral ruht, ist viel tiefgründiger: Es geht nicht um effektgeladene Aktion sondern um ein Zeugnis der Nähe zum lebendigen Feuer.“ Daher sei Berufungspastoral eigentlich kein Sonderaspekt der Seelsorge, wie etwa Kranken- oder Gefängnispastoral.

Bentz betonte: „Pastoral insgesamt bräuchte ein anderes Vorzeichen. Sie müsste sich in diesem grundlegenden Verständnis als Berufungspastoral begreifen – eine Pastoral, die es dem Menschen ermöglicht, Erfahrung mit dem lebendigen Gott machen zu können.“ Eine solches Pastoral ermutige den Menschen, „eine Antwort zu geben, die dieses erfahrene Feuer weiterträgt und den Funken überspringen lässt“.

Grußwort von Kardinal Lehmann

Zu Beginn hatte der Personaldezernent des Bistums Mainz, Ehrendomkapitular Klaus Forster, ein Grußwort des Mainzer Bischofs, Kardinal Karl Lehmann, verlesen. Darin begrüßt er die Initiative zu dem Tag der Begegnung und des Gebets. Die spirituelle Grundkategorie der Berufung sei nicht nur wichtig für die geistlichen Berufe, „sondern für jede christliche Existenz“, betont Lehmann. Wörtlich heißt es: „Wir sind überzeugt, dass alle Christen zum Glauben persönlich von Gott gerufen sind, durch die Taufe in die Gemeinschaft der Glaubenden aufgenommen und zusammen mit der Firmung auch Zeugnis von Glaube, Hoffnung und Liebe in Kirche und Welt ablegen. Auf diesem Fundament, das die Würde aller Christen ausmacht, entstehen dann weitere und vielleicht auch tiefere Berufungen, die wir aber wirklich nur entdecken, wenn unsere Erstberufung lebendig ist und auch konkret wahrgenommen wird.“

Nach dem Vortrag feierten die Teilnehmer mit Pfarrer Winfried Hommel, dem Spiritual der Diakone, einen Gottesdienst. Die Predigt hielt Diakon Wolfgang Ludwig, der Diözesansprecher der Diakone. Er predigte zur Berufung des Petrus aus der Offenbarung des Johannes und verdeutlichte das Evangelium mit einem Bild von Sieger Köder. Es sei wichtig, eine Atmosphäre und auch Räume anzubieten, wo ein Austausch über Erfahrungen mit Berufung möglich sind. Die musikalische Gestaltung der Feier hat die Gruppe „Rückenwind“ übernommen, die Musikgruppe der Gemeindereferenten im Bistum Mainz. Den Abschluss des Tages bildete ein gemeinsames Mittagessen im Speisesaal des Priesterseminars.

Der Tag der Begegnung und des Gebets stand unter Überschrift „Berufung“. Anlass für das Treffen, war der Umstand, dass es in diesem Jahr keine Kandidaten für die Weihe zum Ständigen Diakon gibt. Deshalb hatte sich eine Gruppe aus den letzten Weihejahrgängen dafür eingesetzt, am traditionellen Weihetermin einen Begegnungs- und Gebetstag zum Thema Berufung zu veranstalten. Eingeladen waren neben den Diakonen und ihren Familien auch die anderen pastoralen Berufsgruppen im Bistum sowie die Ordensgemeinschaften und alle, die dem Thema „Berufung“ verbunden sind. Im kommenden Jahr wird es nach Auskunft von Pfarrer Markus Warsberg, dem Bischöflichen Beauftragten für den Ständigen Diakonat, voraussichtlich wieder zwei Weihekandidaten geben.

(Quelle: Mainzer Bistumsnachrichten)

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